08. Dezember 2010 | Alter: 1 yrs

Blitzaktionen gegen Zwangsräumungen

Von: Daniel Graf (Amnesty International)

Weltweit häufen sich Zwangsräumungen aufgrund von Immobilienspekulation, Stadt-entwicklung oder des Agrobusiness. Dabei trifft es stets Menschen, die bereits unter prekären Bedingungen leben. Amnesty International lanciert ein neues Aktions-Netzwerk, um reagieren zu können, bevor es zu spät ist.

Zerstörung nach Zwangsräumung in Nairoby, Juli 2010. (Foto: Amnesty International)

Zwangsräumungen verletzen die Menschenrechte. Betroffen sind meist Menschen, die in Slums und in provisorischen Unterkünften leben. Die Folgen sind katastrophal und rasches Handeln ist notwenig. Um Zwangsräumungen zu verhindern, setzt Amnesty International in Zukunft auf Blitzaktionen.

Und so funktioniert es: Bei einer bevorstehenden Räumung gibt die entsprechende Partnerorganisation vor Ort Alarm. Innerhalb von 48 Stunden organisieren Amnesty-AktivistInnen Protestaktionen und informieren die Medien sowie die Schweizer Botschaft des betreffenden Landes. Das Aktions-Netzwerk wird in einer ersten Phase in Kenia, Kambodscha, Nigeria, Serbien und Italien aktiv sein, wo Zwangsräumungen gegenwärtig sehr häufig sind.

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist die Lage in den Slums besonders schlimm. Gegen zwei Millionen Menschen leben dort, in ständiger Angst vertrieben zu werden. Hunderttausende von Menschen sollen wegen der geplanten Vergrösserung des Eisenbahnnetzes gewaltsam vertrieben werden.

In Kambodscha wird sich das Aktions-Netzwerk auf die Slums von Phnom Penh und auf ländliche Gebiete konzentrieren, wo agroindustrielle Projekte geplant sind. Unter grossem Druck ist auch die indigene Bevölkerung, seit sich internationale Rohstoff-Konzerne für ihr Land interessieren.

Mehr über die Blitzaktionen gegen Zwangsräumungen: www.amnesty.ch/dignity


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