04. August 2011 | Alter: 287 days

Regionalwährungen: Ergänzung zu Fair Trade

Von: FleXibles

Fairer Handel wird vielfach durch die negativen Eigenschaften des bestehenden Geldsystems erschwert. Durch eigens entwickeltes Regiogeld könnte in Ländern des Südens die Kaufkraft besser gebunden und das Geld mit fairen Regeln ausgestattet werden. Der Verein FleXibles hat ein entsprechendes Forschungsvorhaben gestartet und sucht noch Partner.

Faires Geld: Experiment Flecü aus den 90er Jahren. (Foto: FleXibles)

Alle bestehenden Nationalwährungen funktionieren nach dem Prinzip der positiven Rückkoppelung, das heisst, Geld fliesst «natürlicherweise» dorthin, wo es bereits viel davon hat. Dies ist durch die Konstruktion des Systems, insbesondere durch die unbeschränkte Zins- und Zinseszinsmöglichkeit so angelegt. Geld fliesst dementsprechend vom armen Süden (wo es wenig davon gibt) zum reichen Norden (wo es viel davon gibt). Der Faire Handel versucht diesem problematischen System durch Aufklärung und die Vernunft von KonsumentInnen etwas entgegenzusetzen. Dies ist ein Kraftaufwand, der immer wieder gefährdet ist, vom bestehenden Geldfluss weggeschwemmt zu werden. Hier setzt die Idee des Regiogeldes an. Regiogelder sind eigenständige, lokale oder regionale Komplementärwährungen, die meist in Form von Gutscheinen, nach anderen Regeln funktionieren, als das herkömmliche Geld. Regiogeld wird spezifisch auf die Situation zugeschnitten und durch eine Nonprofit-Organisation herausgegeben. Regiogeld zirkuliert rasch und führt zu einer Bindung und dadurch Förderung der lokalen Wirtschaftskraft. Gleichzeitig ermöglicht ein entsprechendes Design der Währung die Förderung von lokaler Kultur und Bildung. Besonders in Entwicklungsländern könnten neue Regiogeldsysteme durch entsprechende Koppelung mit Fair Trade die Nachhaltigkeit der Massnahmen verstärken.
In einem neuen Forschungsprojekt von FleXibles werden die Möglichkeiten und Grenzen von neuen Regiogeldsystemen, besonders im Hinblick auf ihre Verwendung in Entwicklungsländern untersucht. Dazu werden auch Partnerorganisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit gesucht.


Anfragen unter: mail@flexibles.ch, www.flexibles.ch


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