Impressionen aus Bolivien
Von: Jonas BeermannNach drei Jahren Wirtschaftsstudium und einem Bachelor in Business and Economics brauchte der junge Basler Jonas Beermann mal Realität statt Theorie. Er reiste für ein Praktikum sieben Monate nach Cochabamba. Für terrafair hat er seine Eindrücke aus Bolivien aufgeschrieben.
Auf meinem Weg zur Arbeit laufe ich über die Antezanabrücke, unter der drogenabhängige Kinder wohnen, dann über die grosse Kreuzung, wo sie jonglieren und mit schmutzigen Lappen Autoscheiben putzen, um ab und zu ein bisschen Kleingeld zu bekommen. Oder auf dem Bürgersteig liegen und ihren Rausch ausschlafen. Einige hundert Meter weiter laufe ich unter einem kleinen Mangobaum durch. Wenn ich bei der Arbeit ankomme, tauche ich in eine andere Welt ein. Hier arbeiten in einem grossen Büro 30 gut ausgebildete Leute an Landwirtschaftsprojekten im ganzen Land. Die Arbeitsatmosphäre erinnert mehr an die Schweiz als an die Welt direkt vor der Türe. Hier fördert die Stiftung FDTA (Fundación para el Desarrollo Tecnológico Agropecuario de los Valles) die ländliche Wirtschaft und ihre Marktzugänge.
Unterwegs im Feld erreichen wir an einem späten Nachmittag ein Dörfchen. Ein Staubsträsschen führt in engen Windungen über den Pass und wird bei Regen zu einer Schlammpiste, für gewöhnliche Autos nicht mehr passierbar. Wunderschön grün ist es hier oben. Die Äste der Pfirsichbäume der kleinen Plantage an Hanglage neigen sich unter dem Gewicht der reifen Früchte, welche die Bäuerin in ihren Plastikeimer pflückt. Die Ernte sei so gut wie noch nie, erzählt sie. Die Arbeit der Agronomen trägt Früchte. Es ist schön, solch handfeste Resultate vor Augen geführt zu bekommen, während ich bei meiner Arbeit im Büro versuche, die Entwicklung mit Daten zu belegen.
Den ganzen Artikel können Sie im terrafair Magazin Nr. 20 lesen.


