Stefan Indermühle
Von: Stefan IndermühleIch gratuliere terrafair zum sehr informativen und ansprechenden Heft Nr. 7 über faire Kleider. Eine weniger positive Einschätzung als terrafair nehme ich bezüglich Migros Eco vor. Dies ist eine Migros-Eigendeklaration und weist daher nicht die Glaubwürdigkeit eines unabhängigen Labels auf. Inhaltlich gibt es keinen wesentlichen Unterschied zur übrigen Migros-Ware: der Migros-Sozialstandard (BSCI) muss ja überall angewandt werden und der Materialtest öko-tex 100 sollte ohnehin erfüllt sein. Ob tatsächlich wie behauptet alle involvierten Färbereien, Druckereien, etc. von unabhängiger Stelle regelmässig kontrolliert werden, muss bezweifelt werden. Daher hat dieses Label keinen erkenntlichen Mehrwert für die Konsumierenden ? trotzdem sind die Eco-Preise eher etwas höher. Besonders stossend ist die PR-Strategie für Migros-Eco. Die indischen Kinder auf den Beipackzetteln lächeln fürs gute Image der Migros. Mit der Fokussierung auf das Problem Kinderarbeit werden dabei aber die übrigen Probleme in den Fabriken (zu tiefe Löhne, zu lange Arbeitszeiten, fehlende Organisationsfreiheit, etc.) ausgeblendet. Doch auch bei Migros Eco gibt es keine Garantie, dass die sozialen Mindeststandards in den Fabriken eingehalten werden. Migros Eco ist daher ein undefinierbares, geschmackloses Gemüse im Labelsalat. Stefan Indermühle, Koordinator CCC, EvB, Zürich


