Das terrafair-Magazin Nr. 17 ist erschienen
Heute werden weltweit mehr Lebensmittel pro Kopf produziert als je zuvor. Trotzdem leiden so viele Menschen an Hunger wie noch nie. Hunger im Überfluss! Nicht der Mangel, sondern die ungerechte Verteilung ist die Hauptursache von Unterernährung und Armut!
Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Energiekrise und weitere Faktoren machen aber ein Versorgungsproblem absehbar. Die sich gegenseitig verstärkenden Krisen, fordern ein radikales Umdenken!
Auch der Faire Handel muss sich den Herausforderungen stellen. In unserer Rubrik Forum äussern sich dazu WortführerInnen der Bewegung. In dieser Ausgabe fordert Irene Meier de Spindler dazu auf, unser Engagement nicht zur Alibi-Übung verkommen zu lassen. Die Zusammenarbeit der systemkritischen Organisationen muss gestärkt werden, um der Forderung nach Ernährungssouveränität mehr Gewicht zu geben.
Zwei Artikel aus Nicaragua und der Dominikanischen Republik berichten von der Situation im Süden. Der Faire Handel bietet dort den ProduzentInnen eine Perspektive, die weit über eine höhere Gewinnmarge hinaus geht. Gleichzeitig wird im direkten Erfahrungsaustausch auch klar, dass der Faire Handel vor den Ungerechtigkeiten des dominierenden Handelssystems nicht gefeit ist.
Die diesjährige ökumenische Kampagne trifft darum mit ihrem Slogan den Nagel auf den Kopf: Stoppt den unfairen Handel! Damit sind die KonsumentInnen, die Politik, aber auch die Firmen angesprochen.
Oder besteht die Hoffnung, dass die mächtigen Konzerne wie zum Beispiel McDonald’s von selber ihre Gewinnansprüche zu Gunsten von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit zurückschrauben? Wohl kaum! Ohne den unermüdlichen Druck der KonsumentInnen ändert sich nichts.
Dringend notwendig ist jedoch auch ein kritischer Blick auf die eigenen Konsumgewohnheiten. Zukunftsforscher bestätigen, dass nur mit einer Neuorientierung der Bedürfnisse jener, die im Überfluss leben, die Welt langfristig ernährt werden kann.
Den Mut zu dieser Utopie leben die Schlaraffengärten von Genf mit der regionalen Vertragslandwirtschaft seit über 30 Jahren vor!




