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		<title>terrafair.org: Nachrichten aus dem Fairen Handel</title>
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		<description>Nachrichten aus dem Verein</description>
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		<lastBuildDate>Thu, 07 Jun 2012 23:00:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Fairtrade-Projekt durchführen und Reise gewinnen</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/netzwerkfairemode-kopie-1/</link>
			<description>youngCaritas und Max Havelaar Schweiz suchen junge Projekte, die den Fairen Handel unterstützen. Zu...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums von Max Havelaar Schweiz verleihen Max Havelaar und youngCaritas dieses Jahr einen exklusiven Fairtrade-Award: Gesucht sind Projekte, die sich für den Fairen Handel stark machen. Also zum Beispiel ein Fairtrade Breakfast, ein Fairtrade-Kochbuch oder eine Aktion für mehr Fairtrade in der Schulmensa. Damit das Projekt gelingt, bietet youngCaritas bei Bedarf Unterstützung, Tipps und natürlich Infos zum Fairen Handel. Zu gewinnen gibt es eine Reise mit Max Havelaar in eines der Fairtrade-Produktionsländer!
<b>Teilnahmebedingungen:</b>
Mitmachen können alle zwischen ca. 15 und 25 Jahren mit Wohnsitz in der Schweiz, egal ob Einzelpersonen, Teams, Schulklassen, Firmgruppen oder Vereine. Eingereicht werden können alle Projekte, die mit dem Fairen Handel zu tun haben. Das Fairtrade-Projekt muss bis spätestens Ende Oktober 2012 realisiert werden. Die Preisverleihung findet am 10. November 2012 in Luzern statt.Ausführliche Informationen und Anmeldung gibt’s unter:www.youngcaritas.ch/award oder youngcaritas@caritas.ch]]></content:encoded>
			<category>Fairtrade-Ticker</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 07 Jun 2012 23:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>NETZWERKFAIREMODE</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/flechten-fuer-den-erhalt-der-eigenen-kultur/</link>
			<description>Das geplante Online-Portal vom NETZWERKFAIREMODE – für alle, denen fair und ökologisch produzierte...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Suchen Sie attraktive, faire und ökologisch einwandfreie Mode?</b> Das geplante Online-Portal vom NETZWERKFAIREMODE – für alle, denen fair und ökologisch produzierte Mode wichtig ist – vereinfacht das Einkaufen, indem es über Nachhaltigkeitskriterien, Modelabels, Shops und Hintergründe im Bereich Green / Eco / Ethical Fashion informiert.
<br />Besuchen Sie unseren Blog auf <link http://www.netzwerkfairemode.com/ - external-link-new-window>www.netzwerkfairemode.com</link> und unser Profil auf Facebook – und teilen Sie Ihre Wünsche an das geplante Online-Portal mit: Wir führen eine Umfrage durch, um das Portal optimal an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Als Dankeschön für Ihre Teilnahme verlosen wir im Februar einen Einkaufsgutschein über 150 CHF für das Schweizer Label Erfolg. Mitmachen dauert nur fünf Minuten.
<link http://netzwerkfairemode.wordpress.com/umfrage/ - external-link-new-window>Hier geht es zur Umfrage. </link>]]></content:encoded>
			<category>Fairtrade-Ticker</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 23:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Arbeitsbedingungen verbessern</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/arbeitsbedingungen-verbessern/</link>
			<description>Zwei Sozialstandards im Vergleich</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Fast jede Bekleidungsfirma engagiert sich heute für Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsability) um die Arbeitsbedingungen in den ausgelagerten Produktionsstätten zu verbessern. Die verwendeten Ansätze unterscheiden sich zum Teil erheblich.</b>
Die Arbeitsbedingungen in der asiatischen Bekleidungsindustrie sind oftmals menschenunwürdig. In vielen Ländern verdienen Arbeiterinnen während einer normalen 48-Stunden- Arbeitswoche zu wenig Geld, um ihre Familie zu ernähren. Deshalb arbeiten sie oft 30 bis 50 Überstunden pro Woche. Wollen sich Arbeiterinnen gewerkschaftlich organisieren, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, werden sie gefeuert. <br />Um diese Situation zu verbessern, engagieren sich viele Firmen für die so genannte «Corporate Social Responsability» und sind einer freiwilligen Sozialstandard-Initiative beigetreten, die Definitionen für soziale Unternehmensverantwortung entwickelt haben. Sie legen fest, welche Arbeitsstandards ihre Mitglieder in welchen Teilen ihrer Lieferketten wie umsetzen müssen und unterstützen sie dabei.
<h2>Unabhängig ist glaubwürdiger</h2>
Ein grosser Teil der Schweizer Bekleidungshändler oder -marken ist einer dieser beiden Sozialstandard-Initiativen beigetreten:
<ul><li>Business Social Compliance Initiative (BSCI) – eine reine Business-Initiative, bei der Unternehmen alleine über die Regeln der Initiative entscheiden.</li><li>Fair Wear Foundation (FWF) – eine so genannte Multi- Stakeholder-Initiative, wo verschiedene Akteure gemeinsam Regeln zur Verbesserung von Arbeitsstandards in den Lieferketten definieren.</li></ul>
Die Zusammensetzung des Vorstands einer Initiative entscheidet massgeblich, welche Standards die Mitglieder umsetzen und was sie dabei berücksichtigen müssen. Legitimität und Effektivität einer Initiative stehen und fallen mit diesen Regeln. Multi-Stakeholder-Initiativen wie die Fair Wear Foundation werden eher als glaubwürdiger als Business-Initiativen angesehen, weil sie nicht nur die Interessen der Unternehmen berücksichtigen, sondern die Meinung der Arbeiterinnen und Arbeiter stärker integrieren.
<h2>Löhne als Prüfstein</h2>
Viele Initiativen sind sich mittlerweile einige, welche Sozialstandards definiert werden müssen. Nur bei den Löhnen gehen die Meinungen stark auseinander. So definiert die BSCI, dass Produktionsländern festgelegte Minimallöhne gezahlt werden müssen und argumentiert: Der Staat sei die einzige legitime Instanz, die Löhne der Arbeitenden festzulegen. <br />Aber um im globalen Standortwettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, legen viele Produktionsländer nationale Mindestlöhne fest, welche die Bedürfnisse der Arbeitenden nicht abdecken. Beispiel dafür ist Bangladesch, wo 2010 ein Mindestlohn von 3000 Taka (ca. 30 Euro pro Monat) festgelegt wurde, obwohl ein Arbeiter bereits rund 70 Prozent davon für den Kauf von Reis ausgibt. Überstunden sind also in das System einprogrammiert, obwohl sie durch die Sozialstandards begrenzt werden sollten. <br />Deshalb will die Fair Wear Foundation, dass Unternehmen selber mehr Verantwortung übernehmen: Existenzsichernde Löhne («living wages») sollen garantieren, dass Arbeitende nicht unterbezahlt werden. Höhere Löhne sind ein wichtiger Schritt hin zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, auch wenn es verschiedene Ansätze zur Messung eines Existenzlohns gibt und jede Initiativen einen anderen verwendet.
<h2>Kontrolle durch Audits</h2>
Sowohl die BSCI als auch die FWF kontrollieren mit so genannten Sozialaudits regelmässig den Zustand der Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Über solche Audits wurde in den letzten Jahren intensiv diskutiert. Es wird kritisiert, dass sie subjektive Momentaufnahmen seien, deren Qualität massgeblich vom Auditor abhänge. Ein von der Fabrik bezahlter Audit, dessen Ergebnisse geheim sind, hat für viele eine geringe Glaubwürdigkeit.<br />Kritisiert wird auch, dass ein Audit im Wesentlichen die sichtbaren Probleme aufzeigen könne, wie etwa unhygienische Toiletten, fehlende Verbandskästen, keine sicheren Feuerwege. Oft unentdeckt bleiben weniger sichtbare Aspekte, wie fehlende freie Vereinigungsmöglichkeit der Arbeiterinnen oder sexuellen Belästigungen oder Diskriminierungen durch Vorarbeiter. Schliesslich argumentieren Kritiker, dass Audits trotz hoher Kosten die Situation der Angestellten nicht verbesserten.<br />Aufgrund der umfassenden Kritik an der Glaubwürdigkeit von Audits verifiziert die FWF stichprobenartig, ob sie gut durchgeführt werden. Zusammengefasste Ergebnisse der Verifizierungsaudits können Interessierte auf der Website der FWF einsehen.<br />Kürzlich forderte die EU-Kommission mehr Transparenz von Unternehmen über ihre Aktivitäten in Sachen Unternehmensverantwortung. Hier punktet die Fair Wear Foundation sicherlich, da sie jedes Mitglied verpflichtet, einen sozialen Jahresbericht zu veröffent¬lichen und zusätzlich Zusammenfassungen der Verifizierungsaudits publiziert. Dagegen berichtet die Business Social Compliance Initiative nur zusammengefasst über Audit-Ergebnisse und die durchgeführten Trainings. Hier will man durch Quantität statt Qualität beeindrucken.
<h2>Unabhängige Anlaufstellen</h2>
Wie können Unternehmen darüber hinaus die Arbeiterinnen und Arbeiter stärker einbeziehen? Alle Initiativen führen in den Produktionsländern so genanntes «Capacity Building» durch – wodurch die Arbeitenden gestärkt und das Management in Effizienz und «Human Relations» geschult werden sollen.<br />Da die besten Auditoren die Werktätigen selbst sind, haben Initiativen wie die Fair Wear Foundation oder die Fair Labor Association an den Produktionsstandorten Beschwerdemechanismen eingerichtet. Eine von den Fabriken unabhängige Person ermöglicht es, Klagen über die Arbeitsbedingungen einzureichen, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.<br />Solche Ansätze, die vor Ort die richtigen Bedingungen schaffen und Mitsprache ermöglichen, legen die Grundlage für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Bislang konnten allerdings solche Beschwerdemechanismen die Angestellten nicht hinreichend motivieren, ihre Rechte auch tatsächlich einzufordern. Hier ist also noch viel zu tun.
<h2>Preisdruck drückt Standards</h2>
Ein Produzent kann die Arbeitsstandards nicht verbessern, wenn seine Einkäufer, also die Handels- und Markenunternehmen, zu niedrige Stückpreise zahlen, welche soziale oder Umweltkosten nicht berücksichtigen, eine zu kurze Lieferzeit zulassen oder wenn sie in letzter Minute Änderungen an einer Bestellung einfordern.<br />Deshalb evaluiert die Fair Wear Foundation als einzige Standardinitiative jährlich die Strategie der Mitglieder, die sozialen Standards in den Lieferketten zu verbessern. Dabei prüft sie, ob die Einkaufsbedingungen auch tatsächlich erlauben, dass die Fabriken die geforderten Sozialstandards umsetzen.
<h2>Grosse Unterschiede</h2>
Die hier vorgestellten Initiativen sind in ihrem Ansatz sehr verschieden. Die Fair Wear Foundation verlangt ein stärkeres Engagement von ihren Mitgliedern als die Business Social Compliance Initiative. Der eher ganzheitliche Ansatz der FWF setzt sowohl bei den Einkäufern wie den Produzenten, aber auch bei den Arbeitern an und macht die Bemühungen relativ detailliert transparent. Die BSCI dagegen setzt primär auf Seite der Produzenten an, welche vor allem durch Audits und Trainings zu Verbesserungen getrieben werden sollen, was für die Mitgliedsunternehmen relativ günstig und effizient ist.

<i><b>Schweizer Beteiligung</b></i>
Die 31 Schweizer BSCI-Mitglieder stammen aus Detailhandel, Textilfachhandel, Werbeartikelherstellung, Import und Transport. Beispiele: Coop, Migros, Charles Vögele, Beldona, Schild, Intersport AG, PKZ, und Calida.<br /><link http://www.bsci-ch.org/ - external-link-new-window>www.bsci-ch.org</link><br /><br />Schweizer Firmen bei FWF sind: Blackout, CPT AG, Mammut Sports Group, Manroof GmbH, Mountain Force, Odlo International AG, Switcher SA, Transa AG.<br /><link http://www.fairwear.org/ - external-link-new-window>www.fairwear.org</link>]]></content:encoded>
			<category>Aus dem Magazin</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 23:20:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Augen auf beim Ferienkauf</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/augen-auf-beim-ferienkauf/</link>
			<description>Seit fünf Jahren ist das Reiseportal www.fairunterwegs.org online. Das innovative nonprofit-Portal...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Dahinter steht der arbeitskreis tourismus &amp; entwicklung, die Fachstelle der Schweiz, die den Tourismus aus entwicklungspolitischer Sicht kritisch hinterfragt, sich für die Rechte der Einheimischen am Reiseort engagiert und ihre faire Beteiligung am Tourismus einfordert. <br /><br />Viele bemühen sich im Alltag, ökologisch und sozial bewusst einzukaufen. Sie achten auf Bio- oder Fairhandelslabel und meiden Produkte, hinter denen sie Kinderarbeit oder Menschenrechtsverletzungen vermuten. Aber erst eine kleine Minderheit ist beim Buchen von Reisen ebenso kritisch. Zum Jubiläum will der arbeitskreis Reisende dazu motivieren, beim Reiseveranstalter nachzufragen, welche ökologischen oder sozialen Standards er einhält, und die Reiseveranstalter zu meiden, welche sich nicht um ihre unternehmerische Verantwortung der Gesellschaft und der Umwelt gegenüber kümmern.<br /><br />Dazu hat er dem Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus der Universität Bern eine Studie zur Nachhaltigkeit in der Schweizer Reisebranche in Auftrag gegeben. Sie gibt Aufschluss darüber, wie sich Reiseveranstalter auf den Nachhaltigkeitstrend einstellen, wie sie ihre Verantwortung wahrnehmen und wie sie ihre Kundschaft informieren. Ausserdem werden künftige Potenziale und Verbesserungsmöglichkeiten skizziert. Das schafft Transparenz, gibt den Reisenden ein Kriterium für die Auswahl ihres Reiseveranstalters in die Hand und erhöht den Druck auf die Branche, sich punkto Sozial- und Umweltverantwortung und Kundeninformation zu verbessern.
<link http://www.fairunterwegs.org/ - external-link-new-window>www.fairunterwegs.org</link>]]></content:encoded>
			<category>Fairtrade-Ticker</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 23:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Magasins du Monde Ein Hoch auf die Freiwilligen!</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/magasins-du-monde-ein-hoch-auf-die-freiwilligen/</link>
			<description>11 freiwillige Mitarbeiter von Magasins du Monde spielen die Hauptrolle im Kurzfilm, den Magasins...</description>
			<content:encoded><![CDATA[In einem siebenminütigen Film portraitieren die Filmer von  1013-Productions das ehrenamtliche Engagement verschiedenster Menschen  für den Fairen Handel. Alle bringen sie ihre persönlichen Kompetenzen  und ihre Begeisterung für eine bessere Welt mit und zeigen eindrücklich,  wie bereichernd, bildend, abwechslungsreich, ungezwungen und  unterhaltsam eine freiwillige Tätigkeit bei Magasins du Monde sein kann.  Einer der Portraitierten bringt es auf den Punkt: <i>«Das ehrenamtliche Engagement gehört zu den zehn Dingen, die es braucht, um glücklich zu sein»</i>.
Die Fairtrade-Bewegung in der Romandie begann 1970 mit einer Handvoll  Läden und freiwilligen Helfern. Seitdem hat sich Magasins du Monde als  Spezialist für den Fairen Handel etabliert und bietet heute in der  ganzen französischen Schweiz fair gehandelte Produkte an.
Im Zentrum der Bewegung stehen die Freiwilligen. Ihre Arbeit  entspricht einer jährlichen Spende von etwa 3,4 Millionen Franken.Dank  ihrer Unterstützung gelingt es, auch abgelegene Orte mit fair  gehandelten Produkten zu versorgen. Die Weltläden sind aber nicht nur  Vertriebsstelle, sondern auch und in erster Linie ein Ort der  Information, der Sensibilisierung und des Engagements für einen  gerechten Handel.
<link http://www.mdm.ch/ - external-link-new-window>www.mdm.ch</link><br /><link http://www.1013.eu/ - external-link-new-window>www.1013.eu</link>]]></content:encoded>
			<category>Fairtrade-Ticker</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 23:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wo Fair-Trade-Kleider beginnen</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/wo-fair-trade-kleider-beginnen/</link>
			<description>Blick in die Produktionskette</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Was mit Kaffee und Honig begann, hat heute sämtliche Lebensbereiche erfasst. Sehr nahe geht uns, was wir auf der Haut tragen. Kleider als globale Produkte haben Fair Trade besonders nötig.</b>
Der erste Stoff aus Fairem Handel war in den 70er-Jahren das grobe Gewebe der legendären Tragtaschen von «Jute statt Plastik». Der damals symbolhafte Import der Stoffsäcke ist längst durch die aufwändige Kontrolle von Produktionsketten abgelöst worden. Aus Fair-Trade-Anfangszeiten geblieben ist jedoch die Dreifaltigkeit der fairen Forderungen: Gerechtigkeit – Gesundheit – Ökologie. Die drei Bereiche prägen 30 Jahre später auch die Diskussion um fair gehandelte Stoffe. Wer nur auf Öko oder Gesundheit setzt, muss damit rechnen, dass bei der Produktion der Baumwolle Menschen ausgebeutet werden, wie in diesem Heft das Beispiel aus Indien zeigt (siehe Seite 12). Wer sich alleine für gerechtes Wirtschaften einsetzt, hat vielleicht die Umwelt zu wenig im Auge. Fair Trade im ganzheitlichen Sinn umfasst somit Aspekte aus verschiedensten Lebensbereichen.
<h2>Gütesiegel auch für Mode</h2>
Mitte der 90er-Jahre wurde das STEP-Label gegründet, das mit der Teppichproduktion erstmals das Textil-Business unter die Lupe nahm. Mit der Forderung nach «sauberen Kleidern» begann dann vor zwölf Jahren die Diskussion um Faire Mode in der Schweiz, als Fastenopfer und Brot für alle mithalfen, die Clean Clothes Campaign zu lancieren, die heute von der Erklärung von Bern getragen wird. Schliesslich expandierte 2005 Max Havelaar mit einem Gütesiegel für Baumwoll- und Textilprodukte erstmals in den Non-Food-Sektor – damit ausgezeichnet werden seither T-Shirts, Frottierwäsche oder Wattestäbchen von Unternehmen wie Switcher, Manor oder Helvetas.
<h2>Stoffe aus dem Süden</h2>
Seither haben sich allerlei Labels für nachhaltige Mode profiliert. Gütesiegel kontrollieren die Sozial- oder Öko-Standards von Produktionsschritten, die vor allem in Entwicklungsländern stattfinden:
<ul><li>Anbau der Baumwolle</li><li>Spinnen, Verarbeitung zu Garnen</li><li>Weben, Gewebe herstellen</li><li>Nähen, Kleiderproduktion</li><li>Veredelung, Accessoires</li><li>Konfektionierung, Handel</li></ul>
Bei verschiedensten Schritten der Lieferkette können Probleme auftreten. Greenpeace hat aufgedeckt, wie hochgiftige Abwässer aus Textilfabriken in China ungehindert Flüsse verschmutzen. Auf der Webseite <link http://www.killerjeans.org/ - external-link-new-window>www.killerjeans.org</link> wird angeprangert, wie das modische Sandstrahlen von Jeans die tödliche Silikose-Krankheit auslöst. Wegen ihrer Arbeitsbedingungen kritisiert werden auch Sportartikel-Hersteller wie Nike oder Adidas. Labels wie Max Havelaar sollen mithelfen, im Dschungel der textilen Warenwelt die glaubwürdigen Angebote herauszufiltern.
<address><p><b>Modische Links</b><br /><link http://www.evb.ch/ - external-link-new-window>www.evb.ch</link> Hintergründe und Unterrichtsmaterialien zum globalen Modegeschäft<br /><link http://www.gruenemode.de/ - external-link-new-window>www.gruenemode.de</link> Der spannende Blog von Spezialistin Kirsten Brodde<br /><link http://www.greenpeace.ch/ - external-link-new-window>www.greenpeace.ch</link> Mode: Infos zu H&amp;M und andere schmutzige Wäsche</p></address>]]></content:encoded>
			<category>Aus dem Magazin</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 23:20:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Vom Baumwollfeld zum Lieblingskleid</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/vom-baumwollfeld-zum-lieblingskleid/</link>
			<description>Die Remei AG und ihre bioRe-Baumwolle</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Vor zwei Jahrzehnten begann die Schweizer Textilfirma Remei AG mit dem Anbau von Bio Baumwolle. Ihr bioRe-Qualitätsstandard prägt heute eine ganze Lieferkette: Vom Bio-Baumwoll-Anbau in Tansania und Indien bis zu den Naturaline-Produkten in jeder Coop-Filiale.</b>
<br />Wer in einem Coop-Regal nach einer Naturaline-Strickjacke, Socken oder einem andern der 450 Bio-Baumwoll- Produkte greift, spinnt quasi einen unsichtbaren Faden zu rund 8000 Bauern in Tansania und Indien. Auf ihren Feldern bauen sie Baumwolle nach dem bioRe- Standard an, der neben den biologischen Anforderungen auch soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt. Grossverteiler Coop ist mit seiner Naturaline-Textilkollektion weltweit eine der grössten Anbieterinnen von Bio-Baumwolle aus Fairem Handel – 2008/09 betrug der Umsatz bereits über 60 Millionen Schweizer Franken. In Coops Naturaline steckt bio- Re-Baumwolle von Remei AG, einer Textilfirma mit Sitz im zugerischen Rotkreuz. Seit 1994 entwickelte die Remei AG mit Coop die sozialen und ökologischen Anforderungen an modische Textilien stetig weiter. Inzwischen sind Produkte in bioRe Qualität in der Schweiz auch in den Sortimenten von Mammut oder der Trendmarke Erfolg zu finden, aber auch bei diversen anderen, mehrheitlich europäischen Unternhemen wie beispielswiese bei Monoprix in Frankreich, Globetrotter in Deutschland sowie bei Kunden in Benelux und Skandinavien.
<h2>Auf der Suche nach Bio</h2>
Der Weg der modischen Teile beginnt beim Baumwoll-Anbau. Weltweit wird erst ein Prozent aller Baumwolle nach Bio-Kriterien angebaut, faire Handelsbeziehungen, soziale und ökologische Arbeitsbedingungen sind noch seltener. So ist es nicht einfach, an entsprechende Rohstoffe heranzukommen: «Indien etwa wurde in den letzten Jahren t ein biofeindliches Umfeld», weiss Christa Suter, Geschäftsführerin der bioRe-Stiftung, die von Remei 1997 für die Förderung des Bio-Anbaus geschaffen wurde: «Rund 90 Prozent des in Indien erhältlichen Saatgutes für Baumwolle ist gentechnisch verändert.» Für die Bäuerinnen und Bauern sei es schwierig, an Bio-Samen heranzukommen. Deshalb hat die Stiftung mit Forschungsinstituten ein Projekt für Bio-Saatgut initiiert. Dass sich ein Textilunternehmen mit Saatgut beschäftigt, ist unüblich, aber konsequent auf dem Weg zu nachhaltiger Textilherstellung.
<h2>Freiräume statt Fertiglösungen</h2>
«Wir wollen möglichst keine Fertiglösungen und neuen Abhängigkeiten, sondern ein Zurückblicken und Lernen aus Fehlern», erklärt Remei-Geschäftsführer Patrick Hohmann im jüngsten Jahresbericht. So setzt Remei einerseits auf Zertifizierungen und Kontrollsysteme wie die Verordnung für Biolandbau, SA8000 oder BSCI. Andrerseits sucht Remei eigene Wege. Zum Beispiel setzt die Textilfirma beim Baumwollanbau auf eigene Sozialkriterien und nicht auf den Standard des globalen Verbandes der Fairtrade-Label- Organisationen (FLO), den Max Havelaar anwendet. Dass bioRe im Unterschied dazu keinen Mindestpreis vorschreibt, hat auch schon Kritik eingebracht. Das Argument von Remei: Die Marktfähigkeit und Qualität des Produkts seien für langfristige Vermarktung entscheidend, und damit für die gesicherten Einkommen der Bauern. Daher wird der Marktpreis plus eine individuelle Prämie bezahlt, welche den einzelnen Bauern in der Gemeinschaft stärkt. Ein Mindestpreis nütze den Bauernfamilien nichts, wenn dieser nicht marktfähig sei, so dass das Produkt keine Abnehmer findet. Denn eine Abnahmegarantie ist im Fairtrade-System nicht vorgeschrieben. Remei hingegen gibt die: Den Lieferanten in Indien und Tansania werden garantiert mindestens 80 Prozent Bis 2013 soll zudem die ganze Produktion CO2-neutral sein. Dieses ambitionierte Ziel verfolgt das Unternehmen mit Optimierung der Prozesse und dem Einsatz von alternativen Energieträgern sowie eigenen über die bioRe-Stiftung finanzierten Projekten wie Biogasanlagen oder effiziente Öfen bei den Baumwollbäuerinnen.
<h2>Übersichtliche lieferketten</h2>
Zurzeit produzieren rund 8000 Vertragsbauern die Baumwolle für bioRe India Ltd. und bioRe Tanzania Ltd., die die Baumwolle für Remei liefern: Es wird anschliessend in sechs Lieferketten – vier davon in Indien, eine in Tansania und eine in Litauen – gesponnen, gestrickt, gewoben, gefärbt, bedruckt und konfektioniert. Die Lieferketten von Remei sind also übersichtlich. Durch die langjährigen Beziehungen und das Monitoring vor Ort kennen Christa Suter und ihre KollegInnen die Betriebe persönlich. Die geringe Zahl der Zulieferer erleichtert sowohl die Kontrolle wie die Planung. Die verbindliche Kooperation kann es jedoch schwierig machen, allen Modetrends sofort zu folgen. Werden plötzlich ein spezieller Strick oder Aufnäher Mode, muss zuerst ein kompetenter Zulieferer gefunden werden, der die Remei-Anforderungen erfüllen kann.
<h2>lieferfirmen im Süden stärken</h2>
Der Fokus der BioRe-Stiftung liegt auf dem Baumwoll-Anbau, wo biologische und biodynamische Landwirtschaft gefördert wird. Seit 2003 ist die Stiftung Hauptaktionärin der Lieferfirmen im Süden: bioRe India Ltd. und bioRe Tanzania Ltd., die nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen funktionieren müssen. Die Übertragung der beiden Firmen in die Stiftung sollte verhindern, dass die Unternehmen Kapital von ausländischen Investoren aufnehmen müssen, welche die Gewinne wieder aus den Produktionsländern abziehen. Mit der Stiftung als Hauptaktionärin werden die Gewinne – entsprechend dem Stiftungszweck – wieder in die Unternehmen investiert. Langfristig sollen die Aktien von der Stiftung an die Bauern in Tansania bzw. Indien übergehen, damit diese zu den Besitzern ihrer Firmen werden.<br />Strikt von dieser marktwirtschaftlichen Rolle getrennt sind die Sozialprojekte der bioRe-Stiftung. Da werden etwa Wassertanks oder schulische Einrichtungen finanziert. Die Finanzierung dieser Programme wird über Spenden sichergestellt. Remei selbst überweist jeweils einen Teil des Jahresgewinns an die bioRe- Stiftung. Weitere Spenden kommen von Kunden, welche Garn oder Bekleidung kaufen. Häufig werden sie dank Besuchen in Tansania oder Indien überzeugt, die Stiftung zu unterstützen. Mit Coop als wichtigster Kundin und Partnerin hat die Stiftung einen Fünf-Jahres-Spendenvertrag abgeschlossen.
<h2>Verbindlichkeit statt anonymität</h2>
Die Stärkung der Partner im Süden, insbesondere der bioRe Bauern, gehört zur Philosophie von Remei. Deshalb werden auch die bioRe-Kriterien jährlich von einem Komitee überprüft. Die Hälfte der Mitglieder sind Vertrags-Bauern: «Natürlich besteht dadurch ein gewisses Risiko für Remei», erklärt Christa Suter: «Die Bauern könnten sich für Richtlinien stark machen, die nicht in unserem Sinn ist. Doch die Diskussionen fördern den Dialog und das gegenseitige Verständnis. Ziel sind Entscheide im Konsens.» Im besten Fall wird aus der Gefahr also eine Chance und die Qualität der Kriterien und der Produkte steigt.<br />Mit solchen Massnahmen möchte Remei die Anonymität der heutigen Produktions- und Handelsbeziehungen aufbrechen – auf dem Weg zu einer sozialen und nachhaltigen Marktwirtschaft. Das soll an beiden Enden des Fadens spürbar sein: Auf der einen Seite sollen Konsumentinnen und Konsumenten Textilien mit gutem Gewissen kaufen können – auf der andern Seite werden die Lebensbedingungen der Bauernfamilien verbessert werden. Mit jeder Baumwollblüte, mit jedem T-Shirt.So möchte Remei die Anonymität der heutigen Produktions- und Handelsbeziehungen aufbrechen – auf dem Weg zu einer sozialen nachhaltigen Marktwirtschaft, spürbar an beiden Enden des Fadens: Auf der einen Seite erhalten Konsumentinnen und Konsumenten biologische und fair produzierte Textilien – auf der andern Seite werden die Lebensbedingungen der Bauernfamilien verbessert. Mit jeder Baumwollblüte, mit jedem T-Shirt.
<link http://www.remei.ch/ - external-link-new-window>www.remei.ch</link>]]></content:encoded>
			<category>Aus dem Magazin</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 22:06:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>terrafair Magazin Nr. 22 erschienen</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/terrafair-magazin-nr-22-erschienen/</link>
			<description>Das terrafair Magazin Nr.22: &quot;Stoff für die Welt&quot; ist erschienen und kann ab sofort auf unserer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das terrafair Magazin Nr. 22: &quot;Stoff für die Welt&quot; ist ab sofort bei uns im  Webshop erhältlich.
Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe können bald auf unserer Webseite gelesen werden.
<link ../index.php?id=188 - external-link-new-window>Zum Shop</link>

]]></content:encoded>
			<category>Fairtrade-Ticker</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 09:31:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>«Wenn du Hunger hast,  denkst du nicht langfristig»</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/wenn-du-hunger-hast-denkst-du-nicht-langfristig/</link>
			<description>Fairer Handel in Zeiten hoher Rohstoffpreise </description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>In Zeiten tiefer Weltmarktpreise hilft der Fair-Trade-Mindestpreis die Kosten einer nachhaltigen Produktion zu tragen. Doch die Weltmarktpreise vieler Rohstoffe sind heute hoch. Der Mindestpreis als wichtiger wirtschaftlicher Faktor verliert an Bedeutung. Kaffeebauern stellen kritische Fragen.</b>
Hunderte von Bauern hatten sich zu einem Protestmarsch Richtung Hauptstadt aufgemacht. Ganze Familien campierten während Monaten mitten in der Regenzeit am Strassenrand der Panamericana um auf ihre erbärmliche Situation aufmerksam zu machen. Diese Bilder aus dem Jahr 2002 von einer Reise aus Managua in den Norden Nicaraguas haben sich bei mir eingeprägt. Auf dem Weltmarkt waren die Kaffeepreise drastisch gesunken, das Geschäft lohnte sich nicht mehr. Die internationale Kaffeekrise zeigte erste dramatische Auswirkungen. 90 Prozent der nicaraguanischen LandarbeiterInnen, die auf den Kaffee-Fincas arbeiteten, verloren ihre Existenzgrundlage. Kaffee wächst in Nicaragua mehrheitlich für den Export. Direkt von dessen Preis auf dem Weltmarkt hängt der Wohlstand vieler Menschen ab. Kooperativen, welche zertifiziert waren, konnten sich glücklich schätzen, da sie den Fair-Trade-Mindestpreis erhielten, welcher in dieser Zeit markant über dem Weltmarktpreis lag.
<h2><b>Rohstoffpreise explodieren</b></h2>
2011 sieht die Situation anders aus. Die Kaffeepreise sind – wie auch die Preise vieler anderer Rohstoffe (zum Beispiel Zucker oder Kakao) – am Explodieren, es herrscht ein grosses Auf und Ab im Markt. Der Weltmarktpreis ist erheblich über den Fair-Trade-Mindestpreis gestiegen und die Bauernkooperativen erhalten auf dem Weltmarkt mehr. Viele Organisationen bekommen Schwierigkeiten, da sie schon tiefe Vertragspreise mit ihren Kunden vereinbart haben. Viele Kooperativen können ihre Kontrakte mit ihren Fair-Trade-Kunden nicht mehr halten, da die Bäuerinnen und Bauern den Kaffee an den Meistbietenden verkaufen. Diese Zwischenhändler werden hier Coyotes, «Präriewölfe», genannt. Sie zahlen bar und zur Zeit einen guten Preis. In Peru sind es dieses Jahr sicherlich 100 Container Kaffee, die nicht an ihre ursprünglich vereinbarten Empfänger gehen. Die Nichteinhaltung von Verträgen kann für eine Kooperative eine&nbsp;&nbsp;&nbsp; «De-Zertifizierung» seitens der Fairtrade Labelling Organizations (FLO) bewirken. 
<h2>Fair Trade am Wendepunkt?</h2>
Was bringt ProduzentInnen dazu, ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse weiterhin an die Fair-Trade-Kooperative abzuliefern, obschon es jetzt dort kein höheres Einkommen mehr gibt? Rosamelia Centeno, Kaffeeproduzentin in El Jocote in Nicaragua, erklärt, dass sie ihren Kaffee auch künftig ihrer Kooperative abliefere. Denn diese Organisation habe ihr in den letzten zehn Jahren geholfen sich selber zu entwickeln, den Zugang zum internationalen Markt zu finden und mit den Fair-Trade-Prämien die Schulkosten ihrer Enkelkinder zu finanzieren. Zusätzlich konnte sie an Weiterbildungen und sogar im Ausland an einer Messe teilnehmen. Viele ihrer Kolleginnen sehen sich aber gezwungen, ihren Kaffee den Coyotes abzuliefern, da diese einen höheren Preis bezahlen. «Wenn du Hunger hast, denkst du nicht langfristig», sagt Rosamelia. Der grosse Vorteil der Coyotes sei die Barzahlung. Auch hole der Coyote den Kaffee direkt am Wohnort, während der Kaffee für die Kooperative bis zu fünf Stunden zum Aufbereitungszentrum transportiert werden muss. So müsse man schon verstehen, dass die Not viele Bäuerinnen dazu veranlasse, die Verträge mit langjährigen Kunden zu vernachlässigen und sogar die Existenz der Kooperative aufs Spiel zu setzen. «Viele meiner Kolleginnen verstehen nicht, worum es bei Fair-Trade-Zertifizierung wirklich geht. Die Reglemente von FLO sind viel zu komplex für Leute, die kaum lesen und schreiben können», meint Rosamelia. Offenbar haben die Fairtrade Labelling Organizations dies erkannt und die neuen Standards in einer produzentenfreundlicheren Sprache verfasst (siehe Kasten). Auch wenn bei der Entwicklung dieser Standards die Produzenten einbezogen wurden, fühlt sich Santiago Paz López, Co-Geschäftsführer der peruanischen Kooperative Cepicafé von FLO nicht ernst genommen. 
<h2>Business as usual?</h2>
Der Peruaner wirft FLO vor, einen ungleichen Wettbewerb zu unterstützen und sich mehr und mehr vom Grundgedanken der Solidarität für den Süden zu entfernen. Multinationale Firmen profilieren ihr so genannt nachhaltiges Wirtschaften mit Fair-Trade-Produkten. Die ursprüngliche Idee des Fairen Handels geht verloren. Santiago Paz López: «Wir haben (mit FLO) eine Organisation geschaffen, über welche wir (als Kleinbauern) die Kontrolle verloren haben. FLO ist heute sehr abhängig von den grossen Organisationen.» Es würden diejenigen Produzenten berücksichtigt und gefördert, welche die beste Rentabilität haben. Die «alte Garde» habe keine Stimme mehr bei FLO. Die wenigen, welche die Dynamik von Fair Trade verstanden und sich eingesetzt hätten, seien durch neue Leute ersetzt worden. So habe sich der Faire Handel – wie auch schon der Bio-Bereich – zum reinen Business gewandelt. Doch noch immer blieben die Konsumenten im Glauben, dass das Fair-Trade-Markenzeichen nur Kleinbauern vertrete. Die Realität sei jedoch: Es braucht Volumen, Volumen und nochmals Volumen um die Nachfrage der Grosskonzerne zu decken. Es werde immer mehr ein Geschäft zwischen den grossen Importeuren und den grossen Produzenten.<br /><br /><link http://www.cepicafe.com.pe/ - external-link-new-window>www.cepicafe.com.pe</link> (spanisch),&nbsp; <link http://www.cepicafe.com.pe/ - external-link-new-window>http://fairtrade.net</link> (englisch)
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<h1>Neue Standards für den Fairen Handel</h1>
Am 1. Juli 2011 ist das «New Standards Framework» der Fairtrade Labelling Organizations (FLO) in Kraft getreten. Die wichtigsten Änderungen betreffen: <br /><br />
<ul><li>Unterteilung in Kern- und Entwicklungskriterien</li><li>Vereinfachte Sprache</li><li>Einheitliche Strukturierung der Fair-Trade-Standards</li><li>Neue Aufteilung in den Produktestandards</li><li>Neue Regeln für zusammengesetzte Produkte (Composites)</li><li>Neue Umweltstandards</li><li>Liste verbotener Substanzen</li></ul>
&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; <br />Gemäss Pressemitteilung von Max Havelaar ging ein mehrjähriger weltweiter Konsultationsprozess mit Produzentenorganisationen und weiteren Stakeholdern voraus. <br /><br /><link http://www.maxhavelaar.ch / - external-link-new-window>www.maxhavelaar.ch </link>]]></content:encoded>
			<category>Aus dem Magazin</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 13:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Aus dem Urwald auf unsere Tische</title>
			<link>http://www.terrafair.org/fairtrade-aktuell/fairtrade-tickerfokus/nachrichten/article/aus-dem-urwald-auf-unsere-tische/</link>
			<description>Der lange Weg der Stevia: Aus einem vergessenen südamerikanischen Kraut ist ein globales Business...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Aus einem vergessenen südamerikanischen Kraut ist ein globales Business geworden. Seit Grosskonzerne die Steviol-Glykoside zu nutzen beginnen, kommen entsprechende Produkte auf den Tisch. Doch der Handel mit den natürlichen Stevia-Blättern bleibt weiterhin nicht erlaubt.</b>
Süss, x-fach süsser als Zucker und keine Kalorien! Die Stevia verkörpert den Traum vom Genuss ohne Sünde. Ein Geschenk für Diabetiker und <br />Gesundheitsbewusste. Und ein Mega-Geschäft für Grosskonzerne wie Coca-Cola. Kann diese Pflanze den Rückgang des weltweiten Limonaden-Konsums aufhalten?
Der Korbblütler hat das Image eines Robin Hoods der Pflanzenwelt. Seit Jahrzehnten ist es in Europa nicht erlaubt, die Blätter des blattreichen Strauchs als Lebensmittel zu handeln. Auch Konzentrate daraus sind nicht erlaubt. Stevia-Erzeugnisse gehören in Lateinamerika, China oder Japan zum Alltag und haben nie gesundheitliche Probleme verursacht. Doch in unserer Weltgegend dürfen sie nicht auf den Tisch. Die Schweiz durchbrach diese Politik und profiliert sich als Vorreiter – seit 2010 vergibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Einzelbewilligungen für Produkte mit Steviol-Glykosiden. <br /><br />So können in der Schweiz erste Getränke, Schokoladen, Gebäcke, Müesli und vor allem Streusüsse und Tabs gekauft werden, die mit diesen chemisch raffinierten Reinsubstanzen aus der Stevia-Pflanze gesüsst werden. In der EU entscheidet das Europäische Parlament erst in den nächsten Monaten darüber, nachdem der Ständige Lebensmittelausschuss sich am 4. Juli 2011 für eine Zulassung ausgesprochen hat.
<h2>Fehlende Zulassung</h2>
Bisher wurde Stevia in Deutschland versteckt gehandelt. So können Steviol-Glykoside als Badezusatz oder Zahnpflegemittel gekauft werden. Eigenartigerweise stehen diese Dosen in der Drogerie bei den Lebensmitteln – niemand kann kontrollieren, ob jemand Tee oder Kuchen mit Dentalhygiene süsst. Die Praxis ist uneinheitlich: Während ein Händler in Hessen offen seine Steviol-Glykoside vertreibt, musste 2011 ein preisgekröntes Stevia-Jogurt in Bayern wieder vom Markt genommen werden.
Bisher gelten die Pflanze Stevia rebaudiana und getrocknete Stevia-Blätter in der EU als Novel Food und sind nicht zugelassen, weil wissen­schaftliche <br />Informationen für diese Lebensmittelzutat fehlen. Im Juni 2008 aber hat der <br />UN-Ausschuss Joint Expert Committee on Food Additives (JECFA) die Unbedenklichkeit für Stevia-Süssstoffe mit einem Reinheitsgrad von mehr als 95&nbsp;Prozent festgestellt. Diese Einschätzung hat das Schweizer BAG übernommen, sie wird bald wohl auch für die EU gelten.
<h2>Falsche Verschwörungs-Theorien</h2>
Das Know-how für die Herstellung von Steviol-Glykosiden mit so hoher Reinheit wurde in Japan entwickelt und in den letzten Jahren von Grosskonzerne wie Coca-Cola und Cargill, einem der grössten Landwirtschafts- und Nahrungsmittel-Multis der Welt übernommen: Sie legten 2009 auch der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA toxikologische Studien zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit vor. Die US-Konzerne haben ihre Hausaufgaben gemacht und in entsprechende Untersuchungen investiert, denn sie wittern einen riesigen Markt. <br /><br />Das zeigt deutlich, wie andere Interessengruppen es bisher verschlafen haben, der Stevia rechtlich zum Durchbruch zu verhelfen. So verpasste es etwa der Staat Paraguay während Jahrzehnten, die Pflanze aus ihrer Region als Lebensmittel einzustufen. Stattdessen wurde sie als Arzneidroge deklariert, was weltweit dazu führte, dass für deren Zulassung umfassende toxikologische Gutachten nötig sind. Und niemand wollte die Millionen aufwerfen, solche Langzeitstudien zu finanzieren.<br /><br />Stevia-Forscher Udo Kienle von der Universität Hohenheim beschreibt diese Hintergründe in einem neuen Buch als «Wirtschafts- und Wissenschafts-Krimi». <br /><br />Weder die «böse» EU-Kommission noch die Zuckerindustrie oder eine Süssstoff-Mafia haben Stevia gebremst, sondern dass sich bisher niemand mit Kapitalkraft und Engagement für die Yerba Dulce eingesetzt hat. So ist das süsse Wunderkraut bisher einfach an bürokratischen Hürden und am modernen europäischen Lebensmittelrecht gescheitert.
<h2>Steviol-Glykoside sind nicht Stevia</h2>
Die Folge dieser Historie ist absurd: Während Steviol-Glykoside von Grosskonzernen in der Schweiz und bald auch in der EU gehandelt werden können, ist das natürliche Stevia-Blatt nicht zugelassen. «In der Schweiz und in der EU ist die Pflanze zu Lebensmittelzwecken nicht verkehrsfähig», formuliert dies das BAG. Toleriert werden nur bis zwei Prozent getrocknete Stevia-Blätter in Teemischungen.<br /><br />Der lebensmittelrechtliche Unterschied zwischen Steviol-Glykosiden und der Stevia-Pflanze ist allerdings gerechtfertigt. Bei der Herstellung der Steviol-Glykoside geht es primär um die Stevioside und Rebaudioside mit ihrer kalorienfreien Süsskraft, also um wenige Prozent Pflanzenanteile. In einem aufwändigen Prozess werden die Süssstoffe in meist fünf Schritten gewonnen:
<ol><li>Die Extraktion braucht 18 000 Liter Wasser für eine &nbsp;&nbsp; &nbsp;Tonne Stevia Blätter – oder es werden alkoholische &nbsp;&nbsp; &nbsp;Lösungen wie 70-prozentiges Ethanol eingesetzt.</li><li>Es folgt die so genannte Fällung mit Salzen. Hier werden oft Eisen-III-Chlorid oder Aluminiumsulfat &nbsp;&nbsp; &nbsp;eingesetzt, was für eine gute Reinigung sorgt.</li><li>Beim Entfärben mit Absorberharzen müssen diese anschliessend wieder mit alkoholischen Lösungen &nbsp;&nbsp; &nbsp;getrennt werden.</li><li>Nach dem Entsalzen mit Ionenaustauschern wird die Lösung aufkonzenriert oder getrocknet.</li><li>Am Schluss folgt das Kristallisieren der Steviol-Glykoside aus alkoholischen Lösungen in mehreren Durchgängen bis die gewünschte Reinheit von mindestens 95 Prozent erreicht wird.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</li></ol>
Dieses Standard-Verfahren ist nicht nur komplex sondern auch aufwändig und hinterlässt problematische Abfälle. Die meisten Steviol-Glykoside werden in China hergestellt. Nachfragen nach Produktionsorten und Methoden werden meist abgeblockt (siehe «Das grosse Schweigen» Seite 16). Steviol-Glykoside werden also chemisch gewonnen und haben mit der ursprünglichen, natürlichen Pflanze nichts zu tun. Sie sind keine Lebensmittel sondern Zusatzstoffe.
<h2>Natürlich ist nur die Pflanze</h2>
Dass solch wahrlich raffinierte Produkte als Wunder der Natur mit natürlicher Süsskraft angepriesen werden, ist eine Täuschung der Konsumenten. Deshalb macht das BAG klare Vorschriften um Irreführungen zu vermeiden. Im Informationsschreiben 158 vom Oktober 2010 wird die Kennzeichnung und Auslobung von Steviol-Glykosiden geregelt: Sie dürfen etwa nicht als «natürlich» bezeichnet und mit Stevia-Blättern illustriert werden. Das passt der Migros gar nicht, die sich gegen solch «massive» Einschränkungen wehrt. Die Steviol-Glykosid-Industrie sieht es halt gerne, dass die Konzentrate vom natürlichen Image der Stevia-Pflanze profitieren.
Vielleicht lacht am Ende aber doch das Honigkraut. Es hat viel mehr zu bieten als Süsskraft ohne Einfluss auf Blutzuckerspiegel und Stoffwechsel. Jeden Frühling werden in der Schweiz bereits zehntausende von Stevia-Pflänzchen verkauft. Die eigene «Zucker-Staude» im Garten oder Balkon kann niemand verbieten, und Kochen und Backen mit Stevia ist ebenfalls lernbar. Der Weg der Stevia rebaudiana Bertoni, der einst im Dschungel von Paraguay begann, kann noch weit führen. ]]></content:encoded>
			<category>Aus dem Magazin</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 20:16:00 +0200</pubDate>
			
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